JWS 2010Campagnalandschaft, um 1850, Aquarell auf Papier, 45.6 x 62 cm, (c) Museum Zitadelle Jülich 2007
    Die große italienische Landschaft, Radierung, 1841 - Städtische Galerie Villa Zanders (Detail)  
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Johann Wilhelm Schirmer - Biographie
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25. April 2010 - 16. Januar 2011
Die multiplizierte Natur
Johann Wilhelm Schirmer und die Druckgraphik

 

Die Druckgraphik Johann Wilhelm Schirmers ist wenig bekannt und kaum erforscht. Sie ist mit wenig mehr als 30 Blatt zwar nicht sehr umfangreich, doch war sie ihm von Jugend an bis in die 1840er Jahre wichtig. Sie begleitet sein malerisches Werk als etwas Eigenes und zählt zu den herausragenden Leistungen der Düsseldorfer Graphik.

Während Schirmers Jugendzeit in Jülich entstanden erste autodidaktische Umrissradierungen, darunter 1822 eine Kopie nach Jacob van Ruisdael. Später, als Schüler der Düsseldorfer Akademie, hat sich Schirmer auch vorübergehend mit der Lithographie beschäftigt. Zwischen 1828 und 1831 entstanden drei Steindrucke, u. a. ein Blatt mit Motiven von Altenberg. In diesem Blatt verbinden sich Merkmale von Landschaft und Natur zu einer freien Phantasie. Die Realität wird nach künstlerischen Gesichtspunkten umgeformt.

Schirmers Ausflüge in die Lithographie blieben Episode. Er bevorzugte die Radierung. Im Gegensatz zu der zu einer industriellen Technik herabsinkenden Lithographie hatte sich die Radierung mit ihren kleinen Auflagen ihre Exklusivität bewahrt. Sie blieb das bevorzugte Medium, mit dem die Vorstellung von der Düsseldorfer Kunst in alle Welt verbreitet wurde. Sie war das universelle Werbemedium der Akademie und zugleich individuelle Werbung für die Künstler, war akademisches Lehrmaterial, aber auch Wandschmuck für die bürgerlichen Salons. Wir wissen nicht genau, wer Schirmer das Radieren beigebracht hat. Vermutlich hat er seine Fähigkeiten im engen Austausch mit jungen Künstlern wie Hosemann und Sonderland entwickelt. Die im Kontakt mit ihnen gewonnenen Erfahrungen mögen dazu beigetragen haben, sein an der Akademie entwickeltes Können als Maler und Zeichner ohne Substanzverlust in das Medium der Druckgraphik zu überführen.

Gleich die erste in Düsseldorf entstandene Radierung "Die betende Nonne" von 1829 zeigt eine erstaunliche Meisterschaft. Im Schwarz-Weiß erzeugt Schirmer eine "Farbigkeit", die eine zutreffende Vorstellung von der Gemäldevorlage ermöglicht. Weitere kapitale Blätter - zumeist in freier Anlehnung an seine Gemälde - folgten. 1847 zog er mit seinem Mappenwerk "Acht landschaftliche Original-Radierungen" eine erste Bilanz. Dieses Sammelwerk vereinigt zu verschiedenen Zeiten entstandene Blätter - von der "Betenden Nonne" von 1829 bis hin zum "Waldstrom mit Störchen" von 1845. Sie zeigen Schirmers Souveränität, dokumentieren seine Reisen nach Italien und der Schweiz und weisen ihn als gestandenen Landschaftsmaler aus. Die Mappe trug seine Kunst in die Öffentlichkeit. Sie beförderte seine Reputation. Und an einer derartigen Wirkung war der junge Professor der Akademie höchst interessiert.

Bei der Betrachtung der Radierungen, die nie sklavisch an der Vorzeichnung oder dem Gemälde kleben, sondern in gewissem Umfang ein dem Medium angepasstes Eigenleben führen, hat man nicht das Gefühl, dass die Radierung ein "blasser" Abklatsch des Bildes sei. Sie ist von ihrem Wesen her etwas anderes als das Bild, aber nicht unbedingt weniger. Sie variiert und interpretiert die parallel entstehenden Gemälde. In einzelnen Fällen geht sie den großen Gemäldefassungen sogar voraus und inspiriert sie. Bei Schirmer ist die Radierung große Kunst auf kleinstem Raum.

 

>> zur Scheuren-Ausstellung


 


Eintrittspreise
bei Schirmer 2,00
ermäßigt 1,00 Euro

Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr, Sa 14-18 Uhr
Do 14-20 Uhr und
So 11-18.00 Uhr
Montag geschlossen

Städtische Galerie
Villa Zanders

Konrad-Adenauer-Platz 8
51465 Bergisch Gladbach
Telefon: +49(0)2202-142356
und +49(0)2202-142334
Fax: +49(0)2202-142340
Mail: museum@stadt-gl.de

Presseansprechpartner
Frau Michels
Telefon: +49(0)2202-142356

Weitere Informationen
www.villa-zanders-gl.de


   
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